Das Wasserkraftwerk

Das neue Wasserkraftwerk ist am Kilometer 33 der Mulde in Jeßnitz.

Seit Jahrhunderten wurde das Wasser der Mulde gestaut und die Kraft des Wassers zum Antrieb von Mühlen genutzt. Der älteste Nachweis stammt aus dem Jahr 1398.

Das alte Wehr an der alten Leopoltsbrücke vor dem Umbau

Detail altes Wehr vor dem Umbau

Das Wehr im Hauptstrom der Mulde war seit Jahren in einem desolaten Zustand. Eine Reparatur war unbedingt nötig. Leider wollte und konnte keine staatliche Stelle investieren, da das Wehr in privaten Händen lag. Im Jahr 1805 hatte unser seliger Landesvater "Franz" Brücken, Wehr und Damm verkauft, um die Kassen zu füllen.
Um so erfreulicher ist es, dass die Firma Wasserkraftwerk GmbH Alsleben sich beworben, investiert und die Wasserrechte für 50 Jahre bekommen hat.
Es erfolgte nicht nur eine Erneuerung des Wehres, sondern es wurde ein ressourcenschonendes, umweltentlastendes und überflutungssicheres Dekelkraftwerk mit 2 Kaplan-Rohrturbinen mit einer Gesamtleistung von ca. 700 kW gebaut. Die elektrische Jahresarbeit wird 4.667.00 kWh betragen. Damit kann ein Energiebedarf von 1250 Zwei-Personen-Haushalten gedeckt werden. Würde man die gleiche Leistung mit einem herkömmlichen Kraftwerk erzeugen wollen, so müssten dafür mindestens 1020 t/a Steinkohle eingesetzt werden. Durch die Nutzung des Wassers fallen auch keine Kohlendioxide, Stickoxide, Asche, Staub und andere Schadstoffe an.

Einsetzen der Turbine

Die bisher vorherrschenden Grundwasserverhältnisse werden nicht verändert. Das Landschaftsbild bleibt das Gleiche. Die Anlage wird wartungslos gefahren. Die Kraftwerksanlage erreicht man unterirdisch durch das Wehr.

Mit Pressluft wird das Schlauchwehr gefüllt

Die Steuerung der Wasserhöhe erfolgt automatisch über zwei Schlauchwehre.

Nach neuen Erkenntnissen wurde eine Fischaufstiegsanlage errichtet. Durch eine hochmoderne Rechenanlage wird verhindert, dass Gegenstände oder Fische in die Turbinen gelangen können.

Die 1 1/2 jährige Bauzeit wurde nur durch das Frühjahrshochwasser 2000 unterbrochen. Viele Jeßnitzer verfolgten die Arbeiten aus der ersten Reihe: von der Leopoldbrücke aus.

Bauarbeiten am Wasserkraftwerk

     
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